Hallo!
Soeben habe ich diesen Artikel gelesen und bin etwas beunruhigt.
Was denkt ihr?
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Permalink-Antwort von Heinz Robert am 11. Januar 2012 um 5:55pm Hallo Teodora,
was genau an dem Artikel beunruhigt dich?
Machst du selbst schon Yoga und wenn ja, wie lange?
Liebe Grüsse,
Heinz
Permalink-Antwort von Teodora Rudolph am 12. Januar 2012 um 1:11pm Hallo Heinz
Ich bin mir über das Selbstverletzungspotential bewusst geworden, vor allem was langfristige Gelenkeschäden betrifft, die sich erst Jahre später bemerkt machen. Gibt es irgenwelche Sttudien diesbezüglich in CH?
Ja, ich mache Yoga, zu Hause, wenn auch noch nicht so lange, bis jetzt spuehre ich nur Vorteile. Jedoch bin ich durch diesen Artikel sensibilisiert worden, ob ich mir wirklich nur Gutes tue.
Viele Grüsse
Teodora
Permalink-Antwort von Heinz Robert am 12. Januar 2012 um 11:10pm Liebe Teodora,
natürlich kann man sich durch Yoga oder sogar bei Qi Gong Gelenke kaputt machen oder andere Körperteile. Genauso wie man sich beim Zähneputzen über die Jahre die Zähne zerstört, wenn man es falsch macht.
Was ist jedoch falsch? Ist es besser es garnicht zu machen um ja nichts falsch zu machen?
Ich glaube nicht!
Eigenverantwortung und Körperbewusstsein (was man ja durch Yoga lernt) ist hier angesagt. Sogar der Yogalehrer meines Vertrauens übernimmt nicht die Verantwortung für meine schlechte Haltung. Er/Sie kann mich darauf hinweisen, doch ein guter Yogalehrer wird mich nie korrigieren in dem er mich anfasst. Ich muss in meinen Körper spüren ob die Haltung so richtig ist, wie beim Essen wo ich ganz genau weiss was meinem Körper gut tut, und was nicht.
Permalink-Antwort von Teodora Rudolph am 15. Januar 2012 um 9:54am Hallo Heinz
Mein Besorgnis war eher, ob man sich Schaden zuziehen kann, auch wenn man alles richtig macht.
Die Diskussion ist offenbar sehr heiss geworden, hier noch ein Atikel diesbezüglich: http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/2012/jan/14/yoga-can-damage-...
Permalink-Antwort von Heinz Robert am 17. Januar 2012 um 8:40am Anscheinend gibt es noch mehr Menschen die sich Sorgen machen ob Yoga wirklich so gesund ist:
Permalink-Antwort von Sabina am 20. Januar 2012 um 6:57pm Hallo Theodora,
ich kann verstehen, dass dich dieser Artikel besorgt. Allerdings ist er von einer medizinischen Perspektive gesehen, sehr sehr "plump". Da werden wild Sachen miteinander vermischt und Kausalitäten hergestellt, die nicht unbedingt einen Zusammenhang haben. Sowohl Thoracic outlet als auch Spinalkanalstenosen kann ich mir pathophysiologisch nicht vorstellen, dass speziell Yoga darauf einen Einfluss haben sollte, sondern mehr der Faktor Alter, Prädisposition, generell aktiv sein und sind beide relativ unbeeinflussbar. Eine Spinalkanalstenose ist die Einengung des Spinalkanals meist durch Zuwachs von Knochen (vom Wirbelkörper nach innen). Entweder hat der Typ Yoga dermassen übertrieben, dass es zur überreizung oder gar Entzündung der Knochen kam und dies zum weiteren ungezielten Knochenwachstum, oder umgekehrt sehr viel wahrscheinlicher: er hatte die Spinalkanalstenose schon, die sich durch das Yoga erst bemerkbar mache. Spinalkanalstenosepatienten sind typischerweise auch die eher unsportlichen, rauchenden, übergewichtigen.
Die Frage ist auch: hätte er die beiden Sachen nicht auh ohne Yoga bekommen? Das werden wir nie beantworten können, ist aber sehr wahrscheinlich. Den Leuten hilfts aber oft, wenn sie für sich einen "Sündenbock" nennen können, danach etwas verändern können und das Gefühl haben, selbst Verantwortung über das Problem bekommen zu haben, ein sogenannter Copingmechanismus. Ob der Zusammenhang stimmt oder nicht.. sehr fragwürdig.
Sicherlich kann jede Aktivität einen negativen Einfluss haben, im Moment ist vorallem das Treppensteigen, Skifahren und auf dem Trottoirgehen sehr gefährlich und sollte eigentlich verboten werden. Daran sterben im Moment sehr viele Leute. Wärs dann besser, alle würden zu Hause vor dem Fernseher sitzen? Soll man jetzt Angst vor Treppen haben?
Auch ist es immer gefährlich von einem einzelnen Fallbericht etwas zu schliessen. ich kann dir auch einen Fallbericht schreiben, wo Brot essen sehr gefährlich wird. ich mein: man kann daran versticken. Oder zb alte Leute können am Orangensaft versterben, wenn ihre Niere das Kalium nicht mehr ausscheiden kann. Ist deshalb Brot oder Orangensaft schlecht? Wohl kaum.
Jede Aktivität kann für die einen einen guten, für ein paar wenige einen schlechten Einfluss. Sollen dann all die, die davon profitieren, wegen den paar wenigen, die eine Komplikation erleiden, darauf verzichten? Und dann noch die Frage: Was wäre die Alternative und wäre die besser? bezüglich was? Zwar keine Spinalkanalstenose aber psychisch völlig unausgeglichen?
Das Wichtige ist wohl, wie Heinz sagt, eigene Selbstwahrnehmung, was einem selbst ganz individuell gut tut und ein bisschen differenziertes Denken.
Ich wünsche dir viel Spass beim Yoga und lass dich also wirklich nicht allzu sehr von diesem Artikel beunruhigen!
Herzlich Sabina
Permalink-Antwort von rena soul am 20. Januar 2012 um 8:31pm http://www.youtube.com/watch?v=TQH36jkcNA8
ich liebe yoga ...aber man kann alles übertreiben!
Permalink-Antwort von Teodora Rudolph am 20. Januar 2012 um 10:22pm Ha, ha, Rena, das ist super!
Noch etwas: http://www.youtube.com/watch?v=loszrEZvS_k
Sabina, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Ich stimme zu, dass die Evidenz, die der Artikel einbringt, etwas mangelhaft ist. Dennoch sind dort über 700 Kommentare zu lesen, längst nicht alle pro-Yoga. Der Autor hat dem Thema ein ganzes Buch gewidmet, aus welchem der Artikel stammt.
Man kann und soll natürlich bein allem hinterfragen, wie unbedenklich es eigentlich ist. Ich weiss zum Beispiel, dass viele Aerobik-Lehrerinen inkontinent sind. Ist das Evidenz, dass Aerobik Inkontinenz verursachen kann? Na ja, ich wüsste es gerne.
Es nimmt mich wunder, wie gesund langjährige Yogini wirklich sind, und wie nachweisbar es ist, dass der Effekt von Yoga kommt? Vielleicht sind Yoga-Praktiker im Allgemeinen eher dazu geneigt, auf ihre Gesundheit zu achten?
Interessant finde ich auch, was für eine Reaktion den Artikel in Indien ausgelöst hat:
"Yoga might be India’s biggest export to the West but this is now an American story about something that has become a Western form of exercise. There’s nothing very Indian about it... Yoga has been McDona-fied"
http://www.firstpost.com/living/om-my-god-who-wrecked-our-yoga-the-...
Und der Nachfolgeartikel in NYT:
"People who practice yoga casually in India rarely view it as an endurance sport or a heart-rate accelerator. In most classes held in neighborhood parks or private gyms or by yoga gurus, the notion of competitive or aggressive yoga seems laughable. Sometimes laughing is actually part of the practice."
http://india.blogs.nytimes.com/2012/01/17/the-great-yoga-divide/?sc...
Vielen Dank an Alle, die zur Diskussion beigetragen haben!
Permalink-Antwort von Christian am 21. Januar 2012 um 8:31pm Hallo Theodora,
warum vertraust du nicht einfach deinem Körpergefühl wann es genug für dich ist? Das ist ja individuell sehr verschieden. Mensch kann sich mit so ziemlich allem im Leben selber Schaden, wenn er/sie nicht auf sich hört und um sich kümmert.
lg * christian
Permalink-Antwort von Heinz Robert am 22. Januar 2012 um 1:17pm Wie gesund langjährige Yoginis und Yogis sind hängt mitunter nicht nur von der regelmässigen Asana-Praxis ab, sondern auch wie weit sie Yoga ins tägliche Leben integriert haben. Yoga ist nicht nur die Ausführung von Körperübungen ein bis drei Mal die Woche, Yoga ist eine Lebenspraxis – oder sollte es sein.
Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung, natürlich die Körperpraxis, regelmässige Meditation und auch die Pflege von gesunden Beziehungen. Das kann alles die Gesundheit eines Menschen beeinflussen.
Ich kann zwei Mal die Woche für 90 Minuten ins Yogazentrum gehen und nebenbei mich von Fastfood ernähren und Rauchen wie ein Schlot.
Ich kann jedoch auch täglich nur 10 Minuten Yoga machen, dann 10 Minuten in Stille Sitzen, viel Zeit in der Natur und der frischen Luft verbringen, viel Obst und Gemüse essen, Kräutertee oder Säfte trinken, mich auf tiefe Beziehungen zu Freunden, Arbeitskollegen oder Lebenspartner einlassen und mein Gehirn mit schlauen Büchern oder Seminaren fit halten.
Permalink-Antwort von Béla Pete am 26. Januar 2012 um 11:42pm sehr gut gesagt!! ...das ist eben mit unserem westlichen leistungsdenken gelebtes Yoga.
wir wollen alles optimieren so auch das yoga....das resultat kann dann auch mal hinten raus gehen
früher oder später
namasté
béla
Permalink-Antwort von Heinz Robert am 25. Januar 2012 um 11:19pm Hier ein super Artikel im Elephant Journal als Antwort auf den Beitrag in der NYTimes
http://www.elephantjournal.com/2012/01/sadie-nardini-responds-to-ho...
© 2012 Erstellt von Kilian Raetzo.
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